Präsidentin der MGH verzichtet als Protest gegen die bayerische Wissenschaftspolitik auf Entfristung

March 28th, 2014 | von Andreas C. Hofmann |

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Nachdem Frau Prof. Dr. Claudia Märtl am 3./4. März 2011 von der Zentraldirektion der MGH zur Nachfolgerin von Prof. Dr. Rudolf Schieffer als Präsidentin gewählt worden war, wurde sie seit 1. April 2012 vom seinerzeit noch allein für Wissenschaft und Kunst zuständigen Bayerischen Staatsministerium nicht ernannt, sondern befristet für zwei Jahre mit der Wahrnehmung des Präsidentenamts betraut. Da seither in den Verhandlungen mit dem Ministerium hinsichtlich der Zukunft des Münchner Instituts der MGH keinerlei Fortschritte erzielt werden konnten, verzichtet Frau Prof. Dr. Claudia Märtl auf eine Entfristung ihrer Beauftragung über den 31. März 2014 hinaus.

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  1. 2 Responses to “Präsidentin der MGH verzichtet als Protest gegen die bayerische Wissenschaftspolitik auf Entfristung”

  2. By Oberbayer on Apr 3, 2014 | Reply

    Armes Bayern!

    Wieder einmal eine deutsche Forschungseinrichtung, die von Funktionären leichtfertig verramscht wird. Wie die breite Öffentlichkeit so haben auch viele Politiker und Ministerialbeamte leider nicht viel Ahnung vom praktischen Betrieb an Forschungseinrichtungen und Universitäten. Wissenschaft lebt vom Spezialistentum, sie lebt von Vielfalt und Individualismus. Wer hier mit dem Rationalisierungsargument kommt, hat im Grunde nicht verstanden, dass Forschung nicht rein ökonomischen Zwängen folgen darf, weil sonst ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem Spiel steht.

    Im Grunde rührt das Problem daher, dass Kräfte, die dem “Bildungsbürgertum” und der akademischen Welt sehr fern stehen, über unsere Wissenschaftspolitik bestimmen! Abgesehen davon sind die MGH mit ihrem mehr als bescheidenen Haushalt ohnehin ein äußerst sparsames Unternehmen.

    PS: In meinen Augen liegt ein weiteres Problem auch darin, dass die Öffentlichkeit geistige Arbeit leider nicht mehr so anerkennt, wie das früher der Fall war. So werden Universitäten als Ausbildungszentren verstanden und Forschungsinstitute als verlängerter Arm der Wirtschaft. Ein weiterer Schritt zur “Handwerkisierung” unserer Gesellschaft! Deutschland ist halt nicht mehr Deutschland.

  3. By Kritischer Zeitgenosse on Apr 16, 2014 | Reply

    Das mit der “Handwerkisierung” trifft es ganz genau!

    Wenn ich sehe, wie an anderen wissenschaftlichen Einrichtungen (v.a. den naturwissenschaftlichen) Gelder ausgegeben werden, ohne dass dort wirkliche Forschung betrieben wird – schon gleich gar nicht auf internationalem Niveau – treibt es einem Geisteswissenschaftler schon die Zornesröte auf die Stirn, besonders dann, wenn er sieht, wie ein kleines, aber international berühmtes Unternehmen wie die MGH abgewertet wird. Die Herren im Ministerium sollten sich mal die Mühe machen und auch mal professionelle Arbeit auf hohem Niveau honorieren. Sie sollten sich mal fragen, wieso Deutschland auf den unterschiedlichsten Gebieten nur noch Mittelmaß liefert. Die Antwort kann ich ihnen geben: Das geschieht deshalb, weil man eben nur das Mittelmäßige fördert und das Unterdurchschnittliche zum sozial- und bildungspolitischen Kultobjekt gemacht hat! Es gibt da ein bahnbrechendes Buch eines bekannten Bundesbankiers, das genau beschreibt, woran es mangelt, an der Achtung vor der individuellen Spitzenleistung. Ohne die kann Deutschland auf die Dauer weder geistig noch ökonomisch mithalten. Da können sie noch so viele Doktoranden und Studenten aus dem Hut zaubern, die Qualität wird immer mehr sinken …

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