Link-Hint Nr. 15 [31.05.2013]: Das digitale Bildarchiv des Bundesarchivs — 200.000 Fotographien seit 1860

May 31st, 2013 | von Andreas C. Hofmann |

http://www.bild.bundesarchiv.de

Über 200.000 Fotographien aus der Zeit seit 1860 sowie knapp 90.000 Materialien des Bundespresseamtes enthält das digitale Bildarchiv des Bundesarchivs. Dass ein repräsentativer Querschnitt aus dem Bestand an Fotographien ausgewählt wurde ist lobenswert, wenn auch eine Angabe nicht aufgenommener Bilder zu wünschen wäre. Das Portal, welches zahlreiche wirkmächtige Funktionalitäten bietet, ist leider wenig intuitiv aufgebaut. Während die horizontale Navigation mit Suchfunktionalitäten, Servicelinks und rechtlichen Hinweisen denkbar überfrachtet ist, scheint die vertikale Navigation immerhin vom jeweiligen Navigationspunkt abzuhängen. Etwas eigensinnig erscheint (zumindest dem Rezensenten) die Verwendung der Bezeichnung Leuchttisch für den eher geläufigen Warenkorb.

Für die Recherche stehen eine Einfache Suche sowie eine Erweiterte Suche zur Verfügung; die in der horizontalen Navigation angegebene Themensuche stellt nur einen Shortlink auf einen Teilbereich der Erweiterten Suche dar. Diese bietet dafür umso mehr Möglichkeiten: Über Volltextsuche, Chronologie, Signaturen sowie Personen-, Orts- und Sachklassifikation kann man sich dem selbst gesetzten Ziel annähern. Die meisten Suchfelder bieten darüber hinaus eine Browsing-Möglichkeit für die bestehenden Datensätze. In der Ergebnisansicht werden die jeweiligen Fotographien mit ausführlichen Metadaten geliefert, wobei die getaggeden Personen bereits mit der GND-Nummer ausgezeichnet, aber nicht zur DNB verlinkt sind.

Ein sehr ergiebiges Ärgernis ist es indes, dass sämtliche Abbildungen unabhängig von ihrer Kostenpflichtigkeit nur in einer besseren Thumbnail-Ansicht angeboten werden. Wer eine höhere Auflösung ohne die zudem dilletantischen Wasserzeichen haben will, muss sich bei der Bilddatenbank anmelden. Und hier wird es noch ärgerlicher, denn eine Anmeldung ist nur möglich, wenn man entweder seine Kreditkartendaten angibt, oder eine schriftliche Vereinbarung zur Vorkasse abschließt. Ohne einen dieser beiden Schritte kann (und konnte deswegen) der Anmeldeprozess nicht beendet werden. Vor dem Hintergrund, dass einige Fotographien kostenfrei sind, ist es unverständlich, dass diese Angaben nicht im gegebenen Fall nachgeliefert werden können.

Summa summarum: Ein (auch vor dem Hintergrund der Zusammenarbeit mit Wikipedia) lobenswertes Angebot, welches allerdings wenig intuitiv aufgebaut ist und sich einige klassische Kritikpunkte wie geringe Auflösung, Wasserzeichen und umständlichen Anmeldeprozess wird gefallen lassen müssen. Nachtrag: Dass weder die Suchergebnisse, noch die einzelnen Datensätze über persistente URLs verfügen mindert den Wert des Portals enorm.

Mit diesem Link-Hint wird die bislang jährliche Zählung auf eine fortlaufende Zählung umgestellt, welche die bislang erschienenen Internetressourcenbesprechung mit einberechnet.

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