mediaevum.net: Die Briefsammlung des Pseudo-Marinus von Eboli. Datenbanken, Digitalisate und Materialen zur Handschrift Arles 60 bei den MGH

July 29th, 2015 | von Andreas C. Hofmann |

http://www.mgh.de/datenbanken/marinus/


Wissenschaftliche Einführung (Matthias Thumser)

Viel zu wenig beachtet wurde bislang jene umfangreiche Briefsammlung mit weit über 3000 Stücken, die schon seit dem 16. Jahrhundert dem um 1250 amtierenden päpstlichen Vizekanzler Marinus von Eboli zugewiesen wurde. Dieser Ansicht folgte noch wie selbst­verständlich Fritz Schillmann und gab einer 1929 erschienenen Monographie deshalb den Titel „Die Formularsammlung des Marinus von Eboli“ (PDF). […] Nur ein Jahr nach dem Erscheinen von Schill­manns Buch stellte ein Aufsatz des jungen Carl Erdmann alles auf den Kopf (PDF). Er führte überzeugend den Beweis, dass die Briefsammlung mit Sicherheit nicht auf den Vizekanzler Marinus von Eboli zurückzuführen, sondern in ihren älteren Teilen um einiges später, im Verlauf des letzten Drittels des 13. Jahrhunderts, entstanden sei. […] (Erdmann) unterschied, anders als Schillmann, zwei Redaktionen der Briefsammlung. […] 1998 konnten die Erkenntnisse Erdmanns zur Überlieferungsgeschichte des Marinus noch einmal wesentlich durch einen Aufsatz von Martin Bertram erweitert werden (PDF). Er hatte zwei weitere Handschriften der Briefsammlung entdeckt, die er mit Erdmanns Über­lieferungs­schema in Verbindung brachte. Am bedeutendsten ist hier die Handschrift Arles 60.

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Hinweise zur Benutzung

Der Zugang zur Handschrift Arles 60 erfolgt seitenweise über den Link „Digitalisat“. Die Eingabe der gewünschten Seite ist in der üblichen Weise mit der Kennzeichnung für recto und verso zu versehen (z. B. „12r“, „234v“). In den Bereichen, wo sich die Foliierung der Handschrift inkonsequent verhält, ist die Zählweise von Bertram, Zwei neue Handschriften, anzuwenden (z. B. „138cv“). […] Die Liste der Tituli bietet die Möglichkeit, einen bestimmten Abschnitt der Handschrift anzusteuern. Kern des Systems ist eine Datenbank, in die vornehmlich anhand des Verzeichnisses von Schillmann die Basisdaten zu den von ihm berücksichtigten Briefen aufgenommen wurden. Die bewusst einfach gehaltene Suchmaske erlaubt die Abfrage der Datenbank nach der Briefnummer Schillmanns […], dem Initium […], den Regesta pontificum Romanorum von August Potthast (2 Bde., 1874/75) oder den Regesta Imperii V: Späte Staufer (1881/82, 1892/94). Bei „Freitextsuche“ kann nach einem beliebigen Wort in den Initien und Rubriken gesucht werden. Das „Namenverzeichnis“ ist eine digitale Version von Schillmanns Orts- und Personenregister, von der aus die angegebenen Briefe aufgerufen werden können.

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